Wer im ersten Jahr kündigt, hat sich meistens in den ersten Wochen entschieden. Nicht wegen des Lohns, sondern weil niemand da war, als es unklar wurde.
Was in den ersten Tagen wirklich zählt
In den Austrittsgesprächen, die wir für KMU führen, fällt fast immer derselbe Satz: „Ich wusste nicht, wen ich fragen soll." Nicht die Aufgabe war zu schwer, sondern der Weg zur Antwort zu lang. Ein Onboarding-Plan löst das nur dann, wenn er eine Person benennt statt eine Abteilung.
- Eine feste Ansprechperson für die ersten 100 Tage — nicht die Führungskraft.
- Ein erstes echtes Arbeitsergebnis in Woche eins, nicht in Monat drei.
- Drei kurze Gespräche: nach 7, 30 und 100 Tagen, im Kalender fixiert.
- Eine ehrliche Erwartung, was in den ersten Monaten noch nicht gekonnt werden muss.
„Die teuerste Kündigung ist die, die niemand hat kommen sehen."
Der 30-Tage-Termin ist der wichtigste
Nach einem Monat ist der erste Eindruck verarbeitet, die Höflichkeitsphase aber noch nicht vorbei. Wer zu diesem Zeitpunkt fragt, was überrascht hat und was fehlt, bekommt Antworten, die später niemand mehr ausspricht.
Wichtig ist die Form: kein Formular, kein Bewertungsbogen. Zwanzig Minuten, drei Fragen, eine Notiz. Alles andere macht den Termin zu einer Prüfung — und genau das verhindert ehrliche Antworten.
Was das kostet, wenn es fehlt
Eine Neubesetzung kostet je nach Funktion zwischen drei und neun Monatslöhnen, wenn man Rekrutierung, Einarbeitung und Produktivitätsverlust zusammenzählt. Bei zwölf Eintritten im Jahr und einer Frühfluktuation von 25 Prozent sind das schnell sechsstellige Beträge — für einen Prozess, der nichts kostet ausser Aufmerksamkeit.
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